Das
Carillon
Das Carillon ist ein von Hand gespieltes Glockenspiel mit
einem Mindestumfang von zwei Oktaven und einem Spieltisch mit
Tastenstöcken und Pedalen. Es ist weder elektrisch noch
automatisch, sondern wird wie ein Klavier und eine Orgel von einem
Musiker mit bloßer Leibeskraft gespielt. Das Instrument
entwickelte sich im Mittelalter im Gebiet des heutigen Belgien und der
Niederlande. Die Carillonneure spielten vor und nach den Gottesdiensten
und zu den Festlichkeiten des Jahres. Im 17. Jahrhundert stellten die
Gebrüder Hemony in den Niederlanden die ersten genau gestimmten
Carillons her, darunter fünf für die Stadt Amsterdam. Anfang
des 18. Jahrhunderts stiftete Friedrich Wilhelm I., König in
Preußen, je ein Carillon für die Berliner Parochial- und die
Potsdamer Garnisonkirche. Sie wurden regelmäßig gespielt bis
zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Seit dem Ende des ersten
Weltkriegs wurden rund 170 Carillons in Nordamerika installiert, zu
denen die größten und schwersten der Welt zählen. Heute
gibt es weltweit ca. 700 Carillons, von denen die meisten in Belgien,
den Niederlanden und den USA stehen. In Deutschland gibt es derzeit 42
Carillons u. a. in Aschaffenburg, Berlin, Erfurt, Frankfurt am
Main, Hamburg, Hannover, Kiel,
Köln, Wiesbanden, and Würzburg.
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